
Zwei Tage dauerte das Erholen vom vergangenen Wochenende und der 24h MTB WM
in Sulzbach. Da wir als Betreuerteam (ich- Christina, mein Freund Bernd und
Tina- Geris Freundin) von Geri Bauer fungierten, waren wir zwar “nur”
übernachtig, ein Marathon war es aber auch für uns . Hier ein kleiner
Einblick: Samstag, 6:30 Uhr Aufbruch nach Sulzbach, um 10 Uhr
Einrichten des Fahrerlagers und erste Einweisungen von Tina (erfahrene
Betreuerin und Geris Freundin), Besichtigung des Geländes (alte Eisenhütte –
sehr spektakulär!), noch mal Einführungen zu diversen Nahrungsmitteln (kein
Doping!!!!) von Geri (man kann Nudeln aus einem Pappbecher am Radl
sitzend “essen”!), 13 Uhr Start. Und das war erst der erste Teil. Wer denkt,
einem Betreuer wird bei so einem Rennen fad, der hat sich gewaltig getäuscht.
Eine Runde dauert im Schnitt 20 Minuten. Dazwischen gilt es den klaren
Anweisungen von Geri zu folgen “nächste Runde Nudeln” – also Nudeln
vorzubereiten, den Fahrer, der in Führung liegt zu stoppen (im wahrsten Sinne
des Wortes – unsere Zeitnehmung machte ihn durchaus nervös!) und Geri die
Nudeln in die Hand zu drücken zu versuchen wobei er schreit: “na, keine Nudeln,
Apfel nächste Runde”. Dazwischen heben Fragen von Geri wie “wo ist die
Servicestelle, meine Kette droht zu reißen” die Spannung im Betreuerteam. Wenns
dann finster wird und man vorher schon Probleme hatte, Geri heran brausen zu
sehen (”Startnummer 30, Startnummer 30 – rotes Leiberl, wo bleibt er?” inkl.
nervösem auf die Uhr schauen), wird es noch spannender. Die grellen
Scheinwerfer blenden so, dass man halbblind versucht, die kleinsten Merkmale
auszumachen (kein Helmlicht, das sieht nach Geri aus, “Geri??!!!!!!”).
Ein kurzes “ja” vom Fahrer erleichtert die Getränke/Nahrungsausgabe erheblich!
Geris Lichtmontage funktioniert – wie beim Formel 1 Boxenstopp kümmern sich
drei Personen um Licht drauf, Akku in Flaschenhalterung, frische
Trinkflasche rein,… zack, zack, zack und wieder rauf aufs Rad. Dann wird es
ruhig am Gelände. Die Partymacher gehen nach Hause und die Fahrer spulen Runde
um Runde ab. Die Betreuer versuchen eine erste Runde zu schlafen bzw. sich in
Schlafsäcke zu wickeln weil es saukalt wird. Komisch, einige Fahrer sind noch
mit kurzer Hose und ärmellos unterwegs. Regelmäßig wird der Zwischenstand
überprüft und dazwischen immer wieder ein Abstecher ins Betreuungszelt gemacht
um Kaffee bzw. heiße Suppe zum Wärmen zu holen. Und dann, gegen 1 Uhr in der
Nacht zeichnet sich ein nahendes Ende des Rennens (für Geri und seinen
Betreuerstab) ab. Die Rundenzeiten werden schlechter und Geris Info, dass
er nur noch mit einem Bein tritt, ("So fuhr ich gefühlte 90% mit dem
linken und 10% mit dem rechten Bein – bergauf musste ich schieben") lassen
Schlimmes erahnen. Um 1:30 ein letzter Versuch mit Massage und eine letzte
Runde, bevor Geri und seinem Betreuerteam klar ist, dass er weitere 12 Stunden
so nicht fahren kann. Als Bernd sich ins Auto zum Schlafen legte lag Geri auf
Platz 2 und war frisch und munter. 3 1/2 Stunden später wecken wir ihn auf und
das Rennen ist vorbei. Um 6:30 Sonntag früh sind wir wieder in Salzburg. Geri
fuhr übrigens noch einen Großteil der Strecke selbst mit dem Auto zurück –
naja, er hätte ja sowieso durchmachen müssen! Conclusio für die Betreuer: wir
sind fit für das nächste Rennen, Geri nach ausgiebiger Physio und Ultraschall
hoffentlich auch! Quelle: www.querdenken.at